Sharethis:

Order Now!

To Order

To Order


Healing Developmental Trauma presents a comprehensive exploration . . . . Seasoned clinicians Larry Heller and Aline LaPierre weave a rich and coherent synthesis of childhood development in the pioneering tradition of Wilhelm Reich, Erik Erikson, and Alexander Lowen. This well-organized, valuable book offers easy-to-understand tools for all of us who are seeking a better understanding of our fundamental conflicts.


Healing Developmental Trauma provides clear guidance to help us hold, with knowledge and self-compassion, a vital and accessible map supporting emotional maturity and psycho-spiritual growth.

Peter A Levine, PhD, author of In an Unspoken Voice: How the Body Releases Trauma and Restores Goodness and Waking the Tiger: Healing Trauma


Available Now!

Trauma-Lösungen

und Auflösung von traumatischen Erlebnissen


 

 

 

Auszüge aus...

Entwicklungstrauma Heilen

Laurence Heller, Ph.D. und Aline LaPierre, Psy.D.


Kapitel 4


Spontan streben wir alle nach Nähe. So zurückgezogen und isoliert wir auch leben, so schwer traumatisiert wir auch sein mögen – auf der tiefsten Ebene drängt es uns nach Verbundenheit, genau wie es eine Pflanze zur Sonne hinzi

Die Anfänge unserer Identität
Wer frühe Traumen erlebt hat, wodurch auch immer ausgelöst, hatte nicht das Gefühl, auf der Welt willkommen zu sein. Und wenn wir uns zu Beginn unseres Lebens aus irgendeinem Grund nicht willkommen fühlten, fällt es uns schwer, uns selbst ein Daseinsrecht zuzugestehen, ein Gespür für unser eigenes Ich zu bekommen und uns herauszunehmen, wirklich zu leben. In welchem Umfang wir uns auf der Welt willkommen fühlten, wird zum Grundbaustein unserer Identität.

Das Lebensthema dieser frühesten Überlebensstrategie dreht sich immer wieder um Kontakt. Unsere frühesten Erfahrungen des Daseins im Mutterleib, bei der Geburt und mit frühen Bindungen haben Einfluss darauf, wie sicher wir uns im Hinblick auf Kontakt fühlen. Kontaktfähigkeit bestärkt uns darin, ein Recht auf dieses Dasein zu haben und ist die Grundlage für ein gesundes Ich. Frühe Traumen beeinträchtigen unser Geborgensein und Existieren in der Welt sowie unsere Kontaktfähigkeit: wir lernen nicht, Kontakt zu uns selbst, unserem Körper und anderen herzustellen.

Unsere frühesten traumatischen Erlebnisse und Bindungserfahrungen ergeben die Schablone, die ein Leben lang unsere psychologischen, physiologischen und Beziehungsmuster bestimmt. Die Identität von früh Traumatisierten ist von der prekären psychischen und körperlichen Situation in ihrem frühen Leben geprägt. Schwierigkeiten in diesem frühen, dem um Kontakt kreisenden Entwicklungsstadium, untergraben die gesunde Weiterentwicklung in allen späteren Stadien und bleiben nicht ohne Folgen für Selbstbild, Selbstwertgefühl und eine gesunde Beziehungsfähigkeit. Traumen in dieser Kontakt-, dieser Anfangsphase sind die Grundlage für viele scheinbar unzusammenhängende kognitive, emotionale und physiologische Probleme.


Frühe Lebensereignisse, die langfristige Traumareaktionen bewirken können

Wichtige Bezugspersonen
Eine Familie, in der ein Elternteil oder beide Eltern selbst mit Problemen rund um Kontakt
und die eigene Existenz zu kämpfen haben
Eine chronisch depressive, dissoziierte Mutter oder wütende Mutter
Aus einer ungewollten und ungeplanten Schwangerschaft hervorgegangen zu sein
Versuchter Schwangerschaftsabbruch
Alkohol- oder Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft
Eine psychotische Mutter
Nicht geglückte Bindung
Vermittelt zu bekommen, dass man eine Last sei

Inadäquates Umfeld
Frühgeburt Eine lange, schmerzhafte Entbindung
Längerer Aufenthalt im Brutkasten ohne Körperkontakt
Frühe chirurgische Eingriffe
Einschneidende traumatische Ereignisse, von denen (ein) Familienmitglied(er) während der
Schwangerschaft oder in der ersten Lebenszeit des Kindes betroffen war(en)
Ein Todesfall in der Familie
Globale Ereignisse wie etwa zu Kriegszeiten geboren zu werden
Generationsübergreifende Traumen wie etwa Geburt als Kind von Holocaust-Überlebenden
Naturkatastrophen


Selbst bei den liebevollsten Eltern ist das Leben eines Säuglings nicht vor Traumen sicher. So zum Beispiel, wenn es als Frühgeborenes in den Brutkasten muss. Bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit wusste man nicht, dass Frühgeborene Körperkontakt brauchen und dass Berührungen weitreichenden Einfluss auf den wachsenden Organismus ausüben. Man ließ sie ohne jeden Körperkontakt im Brutkasten, mitunter aus Angst vor Infektionen oder weil man glaubte, Berührungen würden sie überfordern. Zwar können liebevolle Eltern die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse abpuffern, und doch bleibt der unzureichende Kontakt beim Start ins Leben nicht ohne Folgen und hinterlässt Spuren in der Physiologie und Psyche des sich entwickelnden Kindes und späteren Erwachsenen.

Gestörte biologische Regulierung
Der Fötus/der sich entwickelnde Säugling ist vollkommen von seinen Bezugspersonen und von einem vorteilhaften Umfeld abhängig. Durch diese völlige Verletzlichkeit reagiert der Säugling auf Zurückweisung, fehlenden Kontakt und frühe Traumen mit quälender Angst. Diese Angst überfordert den noch unfertigen Organismus und sein Nervensystem. Sie hinterlässt auf jeder Ebene menschlichen Erlebens Spuren, und zwar in Form eines Rückzugs in den innersten Kern, eines Sich-Zusammenziehens und einer Erstarrung des ganzen Körpers. Dieses Erstarren und Sich-Zusammenziehen ist die einzige Möglichkeit, wie das Kind mit der hohen nervlichen Erregung umgehen kann, die durch Angst einflößende frühe Traumen ausgelöst wird. Der noch die tiefsten Schichten erfassende Zustand des Sich-Zusammenziehens, der hohen Erregung und der Erstarrung löst eine systemische Deregulierung aus, die sich auf alle biologischen Systeme des Körpers auswirkt. Diese unterschwellige gestörte biologische Regulierung wird dann zu dem wackeligen Fundament, auf dem sich psychologische Ich aufbaut.

Für den Fötus oder Säugling, der frühe Traumen durchlebt oder verwundende frühe Bindungserfahrungen macht, geht die Gefahr ja von seinem eigenen Umfeld aus, dem einzigen Zuhause, das er hat. Ob die Bedrohung im Mutterleib besteht oder in den ersten Lebensmonaten – die einzig mögliche Zuflucht besteht in dem, was von den Personen kommt, die sich um ihn kümmern. Er ist vollkommen abhängig. Aus der Perspektive des Säuglings geht diese Bedrohung nie weg und es gibt keine Möglichkeit, ihr den Stachel zu nehmen. Vor der Bedrohung davonlaufen, ist keine Option; sie zu bekämpfen, funktioniert ebenfalls nicht, also bleibt als letzter Ausweg in einen Zustand der Erstarrung zu verfallen. Ist eine Bedrohungssituation chronisch und unauflösbar, gerät das Nervensystem in höchste Erregung, und der gesamte Organismus bleibt in auf Selbstschutz gerichteten Orientierungsversuchen stecken. Fortwährend in hellster Aufregung zu sein, ist ein schwer auszuhaltender Zustand, den der Säugling bewältigt, indem er abstumpft und innerlich erstarrt.

Der Fötus/Säugling kann nicht wissen, dass er ein guter Mensch in einer schlechten Situation ist. In den inneren Qualen, die durch frühe Defizite in der eigenen Umgebung verursacht werden, wurzeln lebenslang anhaltende Scham- und Unzulänglichkeitsgefühle. Der Säugling erlebt Unzulänglichkeiten im Hinblick auf seine frühe Umgebung so, als würde mit ihm selbst etwas nicht stimmen. Spätere Kognitionen in Richtung “Ich bin schlecht” entstehen auf der Grundlage eines somatisch erlebten “Ich fühle mich schlecht”. Allein schon diesen Gedankengang zu verstehen, hat bereits vielen, die unter Mustern wie einem geringen Selbstwertgefühl, Scham und Unzulänglichkeit leiden geholfen, sich selbst mit neuen, mitfühlenderen Augen zu sehen.


Kapitel 3

Die ’Kontakt’-Überlebensstrategie tritt in zwei Untertypen auf. Beide erleben eine Menge emotionalen, psychischen und oft physischen Schmerz, auch wenn sie jeweils ihre eigenen Strategien entwickeln, mit diesem umzugehen. Was die körperliche Erscheinung angeht, so haben beide etwas Unkörperliches und Abwesendes. Sie scheinen insgesamt wie eingefroren, was sich in einem geradezu erschreckend schmächtigen Körper niederschlagen kann, der wie aus unverbundenen Versatzstücken bestehend, blass und energielos wirkt.

1) Der eine Untertypus, der Denker, bewältigt seine hohe innere Erregung, indem er sich von seinem Körper abschneidet und ein Leben führt, bei dem der Verstand im Vordergrund steht. Dieser Untertypus geht eher intellektuell als emotional an die Welt heran und fühlt sich von Berufen angezogen, bei denen eher Denken als Fühlen im Vordergrund stehen. Man kann es hier mit dem klassischen Klischee des Wissenschaftlers oder Technikers zu tun haben, der jede „Gefühlsduselei“ verachtet und ganz auf das ausgerichtet ist, was in seinen Augen objektiv “Fakt” ist: “Das Universum ist kalt und leer. Es gibt keinen Gott.

Da er seine intellektuelle Seite von ganz früh an entwickelt hat, kann dieser Menschenschlag einen klaren und scharfen, oft geradezu brillanten Verstand aufweisen. Da er von seinem Körper abgeschnitten ist und gut allein sein kann, fühlt er sich zu Berufen hingezogen, für die diese Fähigkeiten wertvoll sind.

2) Der andere, der spiritualisierende Untertypus bewältigt die hohe innere Erregung, indem er die Verbindung zu seinem Körper völlig kappt und im Energiefeld lebt. Er wirkt eher wie aus einer anderen Welt und hat etwas Ätherisches. Da dieser Typus nie in seinem Körper angekommen ist, fühlt er sich zu spirituellen Bewegungen hingezogen. Oft hat er Zugang zu sehr realen spirituellen und übersinnlichen Seinszuständen, die die “Normalen” nicht wahrnehmen. Dieser Zugang zu spirituellen und übersinnlichen Seinszuständen kann dazu benutzt werden, den erlebten Schmerz zu “spiritualisieren”. Ein weit verbreiteter unterschwelliger Glaubenssatz spiritualisierender Art, der das innerliche Sichabschneiden fördert, ließe sich auf den Nenner bringen: “Dieser Planet ist nichts als Kälte und Schmerz, aber Gott liebt mich.”

Obwohl Meditation durchaus ein Weg zu stärkerer Präsenz ist, zieht Meditation viele, die zu diesem spiritualisierenden Untertypus gehören, gerade deshalb an, weil sie sich nie auf diesem Planeten willkommen fühlten. Mit einem Leben in nicht-körperlichen, jenseitigen Dimensionen fühlen sie sich von daher wesentlich wohler. Bei ihnen wird Meditation also zu etwas, das sie in ihrer Dissoziiertheit bestärkt.

Beide Untertypen erleben eine Menge Angst, die manchmal quälend sein kann, vor allem Angst vor Nähe: Sie sind menschenscheu, vor allem meiden sie Menschenmengen, und wenn es überhaupt zu Kontakten kommt, so fühlen sie sich in Situationen zu zweit wohler. Entweder sie haben Schwierigkeiten, Blickkontakt mit anderen herzustellen, oder sie erhalten ihn krampfhaft aufrecht, ohne dabei wirklich zu schauen. Menschen, bei denen diese Überlebensstrategie dominiert, fühlen sich unwohl, wenn sie berührt werden und können körperliche Berührung sogar als schmerzhaft erleben.


Kapitel 7

Der Weg zur Auflösung von Traumen
Ungeachtet der Symptome und oberflächlichen Themen macht es den therapeutischen Prozess facettenreicher und wirksamer, wenn wir das übergeordnete Organisationsprinzip im Auge behalten: die Wiederherstellung des Kontakts mit unserem körperlichen Ich und mit anderen.

Für diejenigen unter uns, die mit dieser um Kontakt kreisenden Überlebensstrategie zu kämpfen haben, existieren zwei parallele und einander ergänzende Organisationsprinzipien, die unsere Gesundheit wiederherstellen können: die Wiederherstellung der Verbindung mit unserem eigenen Körper und unseren Emotionen sowie der parallel stattfindende Prozess, Kontakt mit anderen als wechselseitig bereicherndes Erlebnis zu erfahren lernen statt nur als Quelle von Bedrohlichem. Die Wiederherstellung der Verbindung mit uns selbst und anderen ermöglicht eine Heilung der gestörten Regulierung, die durch die systemische hohe chronische Erregung und Starre ausgelöst wird. Dabei lernen wir, eine gesunde Selbstregulierung zu unterstützen und erwerben die Fähigkeit zur wechselseitigen Regulierung durch Beziehungen.

Das NeuroAffektive Relationale Modell (NARM) ist darauf ausgerichtet, den Prozess der Wiederanbindung in der Gegenwart zu unterstützen. Um dies wirksam erreichen zu können, benutzt NARM einen prozessorientierten Ansatz, der damit arbeitet, Kontakt aufzunehmen und sich wieder aus dem Kontakt herauszubegeben. Die klassische emotionale Erkundung von Beziehungen, wie sie in der psychodynamisch orientierten Therapie stattfindet, ist hierbei hilfreich, ein elementarer Faktor ist jedoch auch, Kontaktaufnahme und Kontaktabbruch im Körper und im Verlauf der therapeutischen Verbindung selbst zu verfolgen.

Kapitel 2

Checkliste für scheinbar nicht verwandte Symptome, die auf Schwierigkeiten mit dem Lebensthema ’Kontakt’ verweisen können.

Laden Sie Ihre Batterien lieber allein auf als in Gemeinschaft mit anderen?

Trugen Sie schon früh eine Brille?

Reagieren Sie empfindlich auf Umwelteinflüsse oder leiden Sie an gleich mehreren Allergien?

Leiden Sie an Migräne, chronischer Erschöpfung, einem Reizdarmsyndrom oder einer Fibromyalgie?

Sind Ihnen eigene vorgeburtliche Traumen bekannt, etwa chirurgische Eingriffe im Mutterleib oder traumatische Ereignisse in der Schwangerschaft, oder waren Sie eine Frühgeburt mit nachfolgendem Aufenthalt im Brutkasten?

Gab es bei Ihrer Geburt Komplikationen?

Hatten Sie immer wieder Probleme, längerfristige Beziehungen aufrecht zu erhalten?

Wurden Sie adoptiert?

Ist Ihnen oft nicht recht klar, was Sie gerade empfinden?

Würden andere Sie eher als Kopfmenschen beschreiben statt als Gefühlsmenschen?

Hegen Sie für „Gefühlsduselei“ eine gewisse Verachtung?

Sind Sie kälteempfindlich?

Haben Sie oft das Empfinden, vom Leben überfordert zu sein und nicht genug Energie zu haben, mit ihm fertig zu werden?

Arbeiten Sie lieber in einem Umfeld, in dem theoretische oder handwerkliche
Fähigkeiten gefragt sind statt gut mit Menschen umgehen zu können?

Macht Ihnen ständig das Gefühl zu schaffen, außen vor zu sein?

Wollen Sie den Dingen

Fühlen Sie sich in Gruppen oder im sozialen Kontakt unwohl? immer auf den Grund gehen?

Empfinden Sie die Welt oft als gefährlich?

 

Zurück Nach Oben


Website Contact: Victor Osaka